Milchprojekt Granja Zenea -
Projektvorstellung
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Ort:
Granja Zenea, Landwirtschaftsbetrieb Empresa "Valle del Perú", Provinz Havanna, Republik Kuba
Titel:
Steigerung der Milchproduktion
Laufzeit:
2,5 Jahre (1.Juli 2004 - 31.Dezember 2006)
Projektpartner:
Kubanische Vereinigung für Tierproduktion (ACPA) und Cuba Sí, AG der PDS
Projekthaushalt:
250.000 USD
Dieser Betrag wird von Cuba Sí zu 100% aus Spendenmitteln erbracht.
Projektziele:
- Allgemeines Ziel:
Beitrag zur Erhöhung der Milchproduktion der Kinder bis zum 7. Lebensjahr
- Spezifische Ziele:
Erhöhung der Milchproduktion in der Granja Zenea in Übereinstimmung mit dem
genetischen Potential der Herde und im Rahmen der Orientierung auf eine nachhaltige Entwicklung
Beschreibung der Projektumgebung:
Die Provinz Havanna:
| Fläche: |
5.730,5 km2 |
(Kuba: 110.860 km2) |
| Einwohnerzahl: |
694.000 Einwohner |
(Kuba: 10,9 Mio.) |
| Bevölkerungsdichte: |
108 Einwohner/km2 |
(Kuba: 100 Einwohner/km2) |
Grundlage der Ökonomie der Provinz Havanna ist die Landwirtschaft. Es ist die Provinz in Kuba, in der die verfügbaren landwirtschaftlichen Flächen am intensivsten genutzt werden und sie ist Hauptlieferant von landwirtschaftlichen Erzeugnissen für die Hauptstadt. Die Provinz ist verwaltungspolitisch in 19 Kreise aufgeteilt.
Die Granja Zenea befindet sich im Kreis San José de las Lajas, ein Kreis mit großer Tradition und Bedeutung für die Rinderzucht in der Provinz Havanna. In diesem Kreis leben ca. 62.000 Einwohner, davon ca. 4.000 Kinder bis zum 7. Lebensjahr.
Kurzdarstellung der Granja Zenea (zu Projektbeginn):
Als staatliche landwirtschaftliche Produktionseinrichtung ist die Granja Zenea dem Landwirtschaftsbetrieb Empresa "Valle del Perú" untergeordnet, zu dem mehrere Granjas und Kooperativen gehören. Schwerpunkt der Produktion der Granja Zenea als genetisches Zentrum ist die Milcherzeugung. Sie verfügt über die folgenden Produktionsstätten und Einrichtungen:
- 8 Milchviehstallanlagen (Vaquerías),
- 1 Microvaquería (kleiner Fläche)
- 1 Stallanlage für die Kälberaufzucht
- 3 Stallanlagen für die Aufzucht von Färsen
- 1 Schweinestall
- 1 Maschinenpark mit insgesamt 7 Traktoren, die reparaturbedürftig sind
- 1 Materiallager
- 1 Kantine für die Beschäftigten
- Büroräume
Die Mehrheit der Rinderzüchter und ihre Familien leben in den Wohnhäusern, die sich direkt an den Stallanlagen befinden (1-3 Wohnhäuser pro Stallanlage). Alle festen Bauten weisen Schäden an den Dächern, Fenstern und Türen auf und benötigen einen neuen Farbanstrich.
Strassen und Wege
Die Granja verfügt über 30 km Strassen und Zufahrtswege, davon sind 25 km Zufahrten in die Stallanlagen, die u.a. zur Abholung der Milch genutzt werden und wegen ihres schlechten Zustands dringend reparaturbedürftig sind.
Wasserversorgung
Alle Wohnhäuser und Stallanlagen werden über ein Leitungssystem mit Wasser versorgt. Dieses muss saniert werden, da es wegen vorhandener Lecks einen hohen Wasserverlust gibt. Zur Stabilisierung des Wasserversorgungssystems werden insbesondere Ventile, Elektropumpen u.ä. benötigt. Das schon vor den 90er Jahren gebaute Beregnungssystem (unterirdische Leitung des Wassers aus dem nahegelegenen Stausee) ist veraltet und funktioniert nicht.
Energie
Alle Stallanlagen, inkl. Wohnhäuser, sind an die Elektroenergie angeschlossen und verfügen über entsprechende Transformatoren. In vier Stallanlagen müssen diese erneuert oder repariert werden.
Biogas
In zwanzig Wohnhäusern sind Biogasanlagen vorhanden, davon sind 10 stark und 10 leicht reparaturbedürftig.
Melksysteme
In 8 Stallanlagen wird mechanisch gemolken, wobei die Melkanlagen in sehr schlechtem Zustand sind. Es fehlen vor allem Ersatzteile, Zubehör und Kühlkessel.
Weideumzäunung
Die Flächen der Stallanlagen sind mit Stacheldraht oder Elektrozäunen in kleine Weideabschnitte unterteilt, jedoch sind alle Anlagen stark reparaturbedürftig.
Fahrzeuge
Die Granja verfügt über zwei Jeeps sowie einen LKW, alle sind reparaturbedürftig.
Flächenverteilung in der Granja Zenea
Einige Produktionsergebnisse der Granja Zenea im Jahr 2003 (vor Projektbeginn):
- 609.400 Liter Milch (davon Verkauf von 539.900 Liter an Molkereien)
- 58,6% Geburtenrate bei den Rindern
- 35.376 kg Wurzel- und Knollenfrüchte sowie Gemüse für den Eigenverbrauch
- Schweinefleisch: 1,4 t für den Eigenverbrauch, 1,4 t zum Verkauf
Begünstigte des Projektes:
In der Granja sind 114 Personen beschäftigt, davon 7 Beschäftigte in der Leitung und 5 in der Verwaltung.
Direkte Begünstigte des Projektes sind die 114 Beschäftigten und ihre im Haushalt lebenden Familienangehörigen.
Indirekt Begünstigte sind die ca. 4.000 Kinder bis zum 7. Lebensjahr, die in der Region leben und täglich mit 1 Liter Milch versorgt werden.
Schwerpunkte für die Projektumsetzung und Investitionen:
Allgemeines Ziel:
Beitrag zur Erhöhung der Milchversorgung der Kinder bis zum 7. Lebensjahr
Der Verkauf von Milch an die Molkereien soll von 539.900 Liter im Jahr 2003 auf 1.000.000 Liter im letzten Projektjahr (2006) erhöht werden. Zur Zeit werden in der Granja insgesamt 775 Liter Milch pro Hektar produziert. Dieser Parameter soll zum Projektabschluss bei 1.562 Liter/ha liegen.
Spezifische Ziele
Erhöhung der Milchproduktion in der Granja Zenea in Übereinstimmung mit dem genetischem Potential der Herde und im Rahmen der Orientierung auf eine nachhaltige Entwicklung
Konkrete Massnahmen
1. Erhöhung des produktiven Potentials der Rinder durch Verbesserung der Futtergrundlage und Betreuung der Tiere
Erweiterte Aussaat von Weide- und Futterpflanzen; Wiederherstellung und Neubau von Weideabschnitten sowie Aufforstungsmassnahmen auf 162 ha Weidefläche:
- Neupflanzungen bzw. Aussaat von Kinggras, Zuckerrohr, Sterngras und Leguminosen
- Reparatur von Weidezäunen und Anpflanzung von lebenden Weidepfosten als schattenspendende Bäume (insbesondere Mieliferos)
- Maschinelle und manuelle Säuberung der Weide, insbesondere Beseitigung von Marabú und Aroma
- Die chemische Bekämpfung parasitärer Pflanzenkrankheiten soll so weit wie möglich durch biologische Mittel ersetzt werden.
- Instandsetzung der Wasserleitungen, um die Versorgung für Tiere und Menschen zu stabilisieren und die erforderlichen hygienischen Bedingungen zu sichern
- Instandsetzung aller Melkanlagen, Sicherung der Stromversorgung mit Transformatoren und Notstromaggregaten
2. Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen und Erlangung einer Stabilität der Arbeitskräfte
- Bereitstellung erforderlicher Arbeitsbekleidung und -geräte für die Beschäftigten, z.B. Gummistiefel, Arbeitshandschuhe u.ä.
- Instandsetzung von 30 Wohnhäusern an den Stallanlagen;
- Instandsetzung der 10 vorhandenen und Neubau von 10 Biogasanlagen
- Verbesserung der Ernährungssituation der Familien durch Förderung des Eigenanbaus und der Kleintierhaltung
- Durchführung der erforderlichen Reparaturarbeiten an allen festen Bauten der Granja
- Modernisierung bzw. Instandsetzungsarbeiten in der Kantine, der Küche und den Büroräumen der Granjaleitung
- Instandsetzung des Maschinen- und Fahrzeugparks der Granja
- Zum Ende der Projektarbeit sollen in allen Stallanlagen die Planstellen besetzt sein sowie eine Steigerung des Frauenanteils der Beschäftigten um 40% erreicht werden (zu Projektbeginn: 78 Männer und 36 Frauen)
3. Weiterbildungsmaßnahmen für die Beschäftigten und Entwicklung der Partizipation bei Planung und Umsetzung
- Erhebung des individuellen Weiterbildungsbedarfs für eine differenzierte Bildungsarbeit
- Durchführung von Seminaren zur theoretischen und praktischen Ausbildung in Bezug auf Produktionsmethoden, die im Rahmen des Projekts umgesetzt werden (Dozenten vom Institut für Tierforschung -ICA; Zentrum für Tiergesundheit- CENSA und ACPA)
- Bildungsmaßnahmen für die Granjaleitung (Planung und Wirtschaftsführung)
4. Erhöhung der Einnahmen der Granja durch die Diversifikation der Produktion
- Aufbau einer Intregalen Finca fü Tierproduktion (Schafe, Schweine, Kaninchen)und Landbau (Anbau von Gemüse, Wurzel- und Knollenfrüchten)
- Bullenmast in einer gesonderten Stallanlage (Finca San Rafael). Insbesondere in Bezug auf die Zusammenstellung des Futters (Weidefutter und Leguminosen) erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit dem ICA (Institut für Tierforschung)
Nachhaltigkeit
Ökonomie:
- Steigerung Milchverkauf
- Bullenmast und Verkauf des Fleisches gegen Devisen an den Tourismusbereich
- Verkauf von Produktionsüberschüssen aus dem Eigenanbau (autoconsumo)
- Verkauf von Erzeugnissen der Integralen Finca
Umwelt:
- Aufforstung als Beitrag zur Wiederherstellung der Flora und Fauna ("Lebende Weidepfosten" als Schattenspender auf den Weiden, Obstbäume sowie Laubbäme)
- Aufbau elektrischer Weidezäune mit Solarbatterie in Kombinationen mit traditioneller Umzäunung (Stacheldraht)
- Nutzung von Tiergespannen
- Ausbau der Biogasnutzung (Gewinnung von Energie zum Kochen und für Beleuchtung sowie von organischem Dünger)
- Regenwurmzucht (Nutzung von Abfällen durch Verarbeitung zu Humus)
- Schonende Bodenbearbeitungsmassnahmen
Soziales:
- Erhöhung der Einkommen der Beschäftigten und Familien durch Steigerung der Produktion
- Verbesserungen der Wohnbedingungen (Instandsetzung/Modernisierung von Wohnhäuser und Biogasanlagen)
- Verbesserungen der Arbeitsbedingungen (Kantine, Arbeitsbekleidung u.ä.)
- Weiterbildung und Entwicklung von partizipativen Prozessen
Von Cuba Sí wird mindestens ein 40-Fusscontainer (ca. 15 t Hilfsgüter) pro Jahr für die Granja Zenea zusammengestellt. Sie enthalten technische Ausrüstungen und Geräte, Arbeitsbekleidung für die Beschäftigten und Haushaltsgegenstände für die Familien, Büromaterial für die Granja und Projektleitung sowie vieles andere mehr und ergänzen die materielle Ausstattung des Projekts. Darüber hinaus erhalten die Einrichtungen des Gesundheits- und Bildungswesens der Region Valle del Perú über die Containersendungen Medikamente, medizinisch-technische Geräte sowie Schulmaterial. Die Mehrheit dieses Material erhält Cuba Sí als Spende. Die Kosten der Containerfracht sind nicht Bestandteil der Projektfinanzierung und werden zusätzlich aufgebracht.
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