Abschlussbemerkungen zum Workshop ACPA – Cuba Sí vom 28.11.-30.12.2006 in Havanna
Im Nachhinein des mit Spannung erwarteten Workshops von Cuba Sí und ACPA in Havanna ist eine im allgemein positive und tiefgreifende Entwicklung in den Projekten und dem Bewusstsein der Projektbeteiligten in den vergangenen 13 Jahren zu verzeichnen. Insgesamt nahmen ca. 40 Personen aus dem Projektumfeld teil, darunter Vertreter des Agrarministeriums, der kommunistischen Partei Kubas, Mitglieder der nationalen ACPA und der Projektprovinzen Havanna, Sanctí Spíritus und Guantánamo, einzelne Produzenten, vier Vertreter von Cuba Sí aus Deutschland sowie weitere landwirtschaftliche Vereinigungen.
Der Projektmittelpunkt war und bleibt der Mensch, speziell die Bevölkerung in der unmittelbaren Umgebung der Projektregionen. Die Erhöhung der Milchwirtschaft bleibt das Oberziel aller Projekte. Der kritische Blick auf die Gesamtsituation mit ihren ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekten schärfte sich auf beiden Seiten. Das Verständnis der Vielschichtigkeit der Problembetrachtung beruhend auf internen und externen Zwängen der Landwirtschaft, speziell der Milchwirtschaft, führte zu fruchtbaren Diskussionen, die beide Projektpartner enger zusammenrücken ließ. Besonders der Vortrag und die Meinungen der Vertreter des Landwirtschaftsministeriums machten deutlich, wie wichtig es für die weitere Zusammenarbeit ist, dass Cuba Sí und ACPA sich in der Zukunft auf einen gemeinsamen Standpunkt einigen und diesen vertreten.
In den Vorträgen der einzelnen Projektleiter wurde deutlich, in welch unterschiedlichen geografischen und demografischen Räumen die Projekte angesiedelt sind, die in Anbetracht einer anspruchsvollen Zielstellung vermehrt zu differenzierten Lösungsstrategien kombiniert mit Partizipation, Kooperation und Integration aller Projektbeteiligter führen müssen. Auf der kubanischen und der deutschen Seite besteht ein ausgeprägtes Bewusstsein gegenüber der Probleme in der landwirtschaftlichen Produktion, ihrer Struktur und der damit verbundenen Betriebswirtschaft. Dazu wurde speziell durch den Vortrag der kubanischen Wissenschaftler über die Entwicklung und Situation der Rinderwirtschaft auf Kuba ein Meilenstein für das gegenseitige Verständnis gesetzt. Es steht außer Frage, das die jeweiligen Projektleiter über eine besondere Motivation verfügen, um die Projekte erfolgreich weiterzuführen.
Zum Schluss des Workshops fasste die Delegation von Cuba Sí, ebenso wie alle anderen Beteiligten nach Arbeitsgruppen geordnet, ihre Schlussfolgerungen und Erwartungen für die weitere Zusammenarbeit in 10 Punkten zusammen. Die erarbeiteten Punkte von Cuba Sí decken sich im wesentlichen mit denen der anderen am Workshop beteiligten Gruppen.
- an vorausgehenden Marktstudien orientierte Diversifikation der Produktion in den Milchprojekten
- Absicherung des Zugangs zu Produktionsmitteln entsprechend des vereinbarten Projektvorschlages
- Zugang zu Devisen (Verkauf in Devisen) innerhalb der Projekte
- weitere Arbeit im Bereich der regenerativen Energien (Solartechnik, Biogas, Windräder)
- Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter, geordnet nach thematischen Schwerpunkten
- Stärkung der Rolle der Frau
- stärkere Zusammenarbeit mit lokalen und regionalen Institutionen
- Ausarbeitung eines Leitfadens für die Projektberichte (Richtlinien) zum Ziel einer verbesserten Berichterstattung der Projekte
- zeitliche Verlängerung der Projekte bei gleichem Finanzhaushalt
- weitere Projektbegleitung nach Projektende mit Kurzberichten
Die besondere Betonung innerhalb der aufgeführten Punkte liegt auf der Nummer 3 und 5. Während der Punkt 5 durch eigene Anstrengungen weitestgehend eigenständig in den Projekten umgesetzt werden kann, so ist Punkt 3 verstärkt abhängig von der staatlichen Agrarpolitik. Vielleicht wäre es sinnvoll für die Punkte 1.-10. eine Gruppe von Indikatoren zu ermitteln, anhand derer beim nächsten Workshop bezüglich der Milchprojekte von Cuba Sí und ACPA eine Bilanz gezogen werden kann.
Nun hängt es von den weiteren Arbeitsschritten in den einzelnen Projekten und den Planungsbüros von Cuba Sí und ACPA ab, inwiefern die gemeinschaftlich erarbeiteten Ziele erreicht werde können. Dafür wünsche ich allen vom tiefsten Herzen das beste Gelingen.
Autor: M.Sc. Volker Klima
Datum: 12.12.2006
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