Milchprojekt Granja Rosafé -
Projektvorstellung
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Ort:
Granja Rosafé, Landwirtschaftsbetrieb "Empresa Valle del Perú", Kreis San José de las Lajas, Provinz Havanna, Republik Kuba
Titel:
Steigerung der Milchproduktion
Laufzeit:
3 Jahre (Juli 2007- Juni 2010)
Projektpartner:
Kubanische Vereinigung für Tierproduktion (ACPA) und Cuba Sí, AG in der Partei DIE LINKE
Projekthaushalt:
300.000 CUC (entspricht 300.000 USD)
Dieser Betrag wird von Cuba Sí zu 100% aus Spendenmitteln erbracht.
Projektziele:
- Allgemeines Ziel:
Beitrag zur Erhöhung der Milchproduktion und damit Steigerung der Verfügbarkeit von Milch für Kinder im Alter von 0 bis 7 Jahren
- Spezifische Ziele:
Steigerung der Milchproduktion in der Granja Rosafé innerhalb eines Prozesses hin zu größerer Diversifizierung und Nachhaltigkeit
Beschreibung der Projektumgebung:
Die Provinz Havanna:
| Fläche: |
5.730,5 km2 |
(Kuba: 110.860 km2) |
| Einwohnerzahl: |
694.000 Einwohner |
(Kuba: 10,9 Mio.) |
| Bevölkerungsdichte: |
108 Einwohner/km2 |
(Kuba: 100 Einwohner/km2) |
Grundlage der Ökonomie der Provinz Havanna ist die Landwirtschaft. Es ist die Provinz in Kuba, in der die verfügbaren landwirtschaftlichen Flächen am intensivsten genutzt werden, und sie ist Hauptlieferantin landwirtschaftlicher Erzeugnisse für die Hauptstadt.
Die Provinz ist verwaltungspolitisch in 19 Kreise (Municipios) aufgeteilt. Die Granja Rosafé befindet sich im Kreis San José de las Lajas. Dort leben ca. 60.000 Einwohner, davon ca. 4.000 Kinder bis zum 7. Lebensjahr.
Die Jahresdurchschnittstemperaturen liegen zwischen 25°C und 27,4°C; die Niederschlagsmenge eines normalen Jahres beträgt 1600 mm (Regenzeit von Mai bis Oktober). Die Böden sind eisenhaltig (typische rote Farbe) und gut für die Tierproduktion geeignet.
Kurzdarstellung der Granja Rosafé (zu Projektbeginn):
Als staatliche landwirtschaftliche Produktionseinrichtung ist die Granja Rosafé dem Landwirtschaftsbetrieb Empresa "Valle del Perú" untergeordnet, zu dem mehrere Granjas und Kooperativen gehören. Schwerpunkt der Granja Rosafé ist die Milcherzeugung. Sie verfügt über die folgenden Produktionsstätten und Einrichtungen:
- 8 Milchviehstallanlagen (Vaquerías),
- 1 Stallanlage für die Kälberaufzucht
- 2 Stallanlagen für die Aufzucht von Färsen
- 1 Materiallager
- 1 Kantine für die Beschäftigten
- Büroräume
- Werkstatt und Maschinenpark mit zwei Traktoren, zwei Geländewagen, einem Moped und einem Lastwagen - alle dringend reparaturbedürftig
In sieben Milchviehstallanlagen wird mechanisch gemolken, in der achten per Hand. Allerdings sind die Melkanlagen in schlechtem Zustand. Es fehlen vor allem Ersatzteile und grundlegendes Zubehör für Kühlgeräte.
Das Leitungssystem für die Wasserversorgung der Stallanlagen weist Lecks auf und ist reparaturbedürftig. 6 Stallanlagen werden per Tankwagen mit Wasser versorgt.
Die Granja verfügt über mehr als 15 km Straßen und Zufahrtswege, von denen 7 km in schlechtem Zustand sind. Dies erschwert die Abholung der Milch, insbesondere während anhaltender Regenfälle.
Flächenverteilung in der Granja Rosafé
| Gesamtfläche |
763,0 ha |
| Landwirtschaftliche Nutzfläche |
735,3 ha |
| Gesamtweidefläche |
784,2 ha |
|
349,2 ha |
|
83,0 ha |
Begünstigte des Projektes:
Direkte Begünstigte sind die 107 Mitarbeiter der Granja und ihre im Haushalt lebenden Familienangehörigen. Die Mehrheit der Rinderzüchter und ihre Familien leben in Wohnhäusern nahe den Stallanlagen.
Indirekt profitieren die ca. 4000 Kinder bis zum siebten Lebensjahr, die in der Region leben und täglich mit einem Liter Milch versorgt werden.
Schwerpunkte für die Projektumsetzung und Investitionen
Milchproduktion - Hauptziel des Projektes:
Die Granja Rosafé wird ihre jährliche Milchproduktion von rund 615.500 Litern im Jahr 2006 auf rund 865.000 Liter im Jahr 2010 steigern. Das entspricht einer Erhöhung der Produktion pro Kuh von 5,3 auf 6,5 Liter pro Tag. Dazu bedarf es einer Stabilisierung des Tierbestandes, der Geburtenrate sowie der verfügbaren Weideflächen. Folgende konkrete Maßnahmen werden dazu umgesetzt:
1. Erhöhung des produktiven Potentials der Rinder durch eine artgerechte Haltung und durch Verbesserung der Futtergrundlage
Damit die Tiere optimale Voraussetzungen vorfinden, ihr maximales Produktionsniveau zu erreichen, konzentrieren sich die Investitionen auf die Verbesserung der Futtermittelversorgung, die Reparatur der Stallanlagen und die technische Ausrüstung der Granja.
Maßnahmen zur Verbesserung der Futtermittelversorgung (Investition: 32.700 CUC):
- Wiederherstellung und qualitative Aufwertung von 295 ha Weidefläche durch:
- Maschinelle und manuelle Säuberung der Weide
- Aussaat von 150 ha Kinggras, Hülsenfrüchten
- Unterteilung der wiederhergestellten Flächen mit Elektrozäunen unter Verwendung von Bäumen als Zaunpfosten, die gleichzeitig Schatten spenden und gute Nektarquellen für Bienen darstellen
Neupflanzungen bzw. Aussaat von Kinggras, Zuckerrohr, Sterngras und Leguminosen
Technische Ausrüstung und Reparatur der Stallanlagen (Investition: 113.400 CUC):
- Instandsetzung der Wasserleitungen, um die Versorgung für Tiere und Menschen zu stabilisieren und die erforderlichen hygienischen Bedingungen zu sichern
- Reparatur der Ställe und Anschaffung bzw. Instandsetzung der mechanischen Melkanlagen und Kühlkessel
- Sicherung der Stromversorgung durch Anschaffung von Notstromaggregaten
2. Stabilisierung der Arbeitsleistung durch Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Lebensumstände der Arbeitskräfte
Alle Beschäftigten werden mit Arbeitsbekleidung und -geräten entsprechend ihrer Tätigkeit ausgestattet.
Die Büroräume der Granja werden saniert und mit Computertechnik ausgerüstet. Die Kantine wird renoviert.
Dafür werden insgesamt 36.500 CUC ausgegeben.
22 Wohnhäuser auf den Stallanlagen werden mit Hilfe des Projektes saniert, 5 davon erhalten eine Biogasanlagen (Kosten: 43.300 CUC).
3. Weiterbildungsmaßnahmen für die Beschäftigten und Entwicklung einer gemeinsamen Planung
Für eine differenzierte Bildungsarbeit wird der individuelle Weiterbildungsbedarf jedes Mitarbeiters ermittelt. Mindestens einmal wöchentlich werden Kurse zur theoretischen und praktischen Ausbildung stattfinden, die von Dozenten vom Institut für Tierforschung (ICA) und vom Zentrum für Tiergesundheit (CENSA) geleitet werden. Die Leitungsebene wird gezielt Kurse in Planung und Wirtschaftsführung erhalten.
Für die Durchführung der Kurse wird eine Aula hergerichtet, die ebenfalls für Versammlungen und Diskussionsrunden genutzt werden kann.
Insgesamt werden 11.000 CUC in die Weiterbildung investiert werden.
4. Erhöhung der Einnahmen der Granja durch die Diversifikation der Produktion
Neben der Milchproduktion wird die Granja zukünftig auch in geringem Umfang Fleisch und Gemüse produzieren. Zu diesem Zweck wird eine spezielle Finca aufgebaut. Die Produkte dienen zum einem der Selbstversorgung der Granja und deren Mitarbeitern, zum anderen werden Überschüsse auf den Bauernmärkten verkauft.
Nachhaltigkeit
Ökonomie:
Die ökonomische Nachhaltigkeit des Projektes basiert auf zwei Grundpfeilern:
- dem Verkauf der Milch an die milchverarbeitende Industrie
- dem Verkauf der überschüssigen Produkte der Finca für die Selbstversorgung der Granja
Umwelt:
Der Beitrag des Projektes zum Umweltschutz basiert auf der:
- Anwendung umweltschonender Produktionstechnologien
- Aufforstung auf den Weideflächen
- Nutzung alternativer Energien durch den Bau von 5 Biogasanlagen und die Verwendung von elektrischen Weidezäunen mit Solarbatterie
- schonenden Bodenbearbeitung z.B. durch Nutzung von Tiergespannen
- Verbesserung der Böden durch Humusproduktion (Regenwurmzucht)
Soziales:
Neben den verbesserten Arbeits- und Lebensbedingungen werden die Begünstigten auch von dauerhaft höheren Einkommen profitieren, da die Löhne direkt an das Produktionsergebnis gekoppelt sind. Der individuelle Anbau von Gemüse oder die Haltung von Kleinvieh trägt ebenfalls zu einem stabileren Einkommen bei.
Außerdem werden durch die neuen Produktionstechnologien und den Aufbau der Finca neue Arbeitsplätze entstehen, die vor allem Hausfrauen eine berufliche Perspektive bieten. Deren Familien verfügen somit über ein zweites Einkommen.
Von Cuba Sí wird mindestens ein Vierzigfußcontainer (ca. 15 Tonnen Hilfsgüter) für die Granja Rosafé zusammengestellt. Enthalten sind darin technische Ausrüstung und Geräte, Arbeitsbekleidung für die Beschäftigten, Büromaterial für die Granja und die Projektleitung und vieles andere mehr zur Unterstützung des Projektes. Die Mehrheit der Hilfsgüter erhält Cuba Sí als Spenden. Die Kosten der Containerfracht von ca. 4000 Euro sind nicht Bestandteil der Projektfinanzierung und müssen zusätzlich aufgebracht werden.
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