Milchprojekt UBPC Niña Bonita -
Projektvorstellung
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Ort:
UBPC Niña Bonita, Landwirtschaftsbetrieb Empresa "Managuaco", Provinz Sancti Spíritus, Republik Kuba
Titel:
Erhöhung der Milchproduktion in der UBPC Niña Bonita
Laufzeit:
3 Jahre (1.Januar 2003 - 31.Dezember 2005)
Projektpartner:
Kubanische Vereinigung für Tierproduktion (ACPA) und Cuba Sí, AG der PDS
Projekthaushalt:
300.000 USD
Dieser Betrag wird von Cuba Sí zu 100% aus Spendenmitteln erbracht.
Projektziele:
- Allgemeines Ziel:
Beitrag zur Erhöhung der Milchproduktion für Kinder bis zum 7. Lebensjahr in der Provinz Sancti Spíritus
- Spezifische Ziele:
Erhöhung der Produktion von Milch und anderer landwirtschaftlicher Erzeugnisse in der UBPC Niña Bonita mittels Investitionen, welche die Nutzung angepaßter Produktionssysteme gewährleisten, eine Diversifikation der Produktion ermöglichen, die wirtschaftliche und soziale Nachhaltigkeit gewährleisten sowie die natürliche Umwelt erhalten bzw. wiederherstellen
Beschreibung der Projektumgebung:
Die Provinz Sancti Spíritus liegt im zentralen Teil Kubas und hat eine weit zurückreichende Traditionen in der Rinderzucht.
| Fläche: |
6.731,9 km2 |
(Kuba: 110.860 km2) |
| Einwohnerzahl: |
462.320 Einwohner |
(Kuba: 10,9 Mio.) |
| Bevölkerungsdichte: |
63,3 Einwohner/km2 |
(Kuba: 100 Einwohner/km2) |
Die Provinz ist verwaltungspolitisch in 8 Kreise aufgeteilt.
Die Genossenschaft UBPC Niña Bonita gehört zum Kreis Sancti Spíritus, und befindet sich ca. 2 km entfernt von der Provinzhauptstadt gleichen Namens.
Der Kreis Sancti Spíritus hat eine Fläche von 1.151,4 km2, von denen 596,3 km2 für die Rinderzucht genutzt werden.
In dem Kreis leben 130.000 Menschen, davon ca. 11.800 Kinder unter 7 Jahre.
Die Niederschläge betragen in dieser Region durchschnittlich 1.300 -1.400 mm/Jahr.
Kurzdarstellung der UBPC Niña Bonita (zu Projektbeginn):
Die Genossenschaft UBPC Niña Bonita ist dem Landwirtschaftsbetrieb Empresa "Managuaco" untergeordnet, zu dem auch die UBPC Sabanilla gehört, in der Cuba Sí und ACPA von 2000-2002 ein Milchprojekt entwickelten.
Das Gelände der UBPC besteht vorwiegend aus Flachland. An den Flüssen Tuinucú an der nördlichen Grenze, am Yayabo und dem Stausee Zaza an der südlichen Grenze ist es hügelig. Die UBPC Niña Bonita hat sich auf Milchproduktion spezialisiert und verfügt über die folgenden Produktionseinheiten und Einrichtungen:
6 Milchviehanstallanlagen (Vaquerías), in denen manuell gemolken wird
- 1 Stallanlage für Kälber
- 2 Stallanlagen für Färsen
- 1 Stallanlage zur Aufzucht von Cebúrindern
- 1 Bullenmastanlage
- 1 Stallanlage für schwache Rinder, deren physischer Zustand verbessert werden soll
- 1 Stallanlage für Schweine- und Schafzucht
- 1 Finca zum Anbau verschiedener Kulturen wie Wurzel-und Knollenfrüchte, Gemüse und Obst für die Selbstversorgung und den Verkauf
- Verwaltungsgebäude, Lagerräume und Kantine
Flächenverteilung der UBPC Niña Bonita
| Fläche für Rinderwirtschaft |
872,0 ha |
| Fläche für Landbau |
40,9 ha |
| Wege und Zufahrten |
12,0 ha |
| Fläche mit festen Bauten |
20,1 ha |
| Natürliche Wasserflächen |
20,0 ha |
| Gesamtfläche |
965,0 ha |
Situation der Weide- und Futterflächen (Stand Ende 2002):
- 268 ha sind mit Marabú und ähnlichem Gestrüpp bewachsen, so dass sie kaum noch für die Rinderwirtschaft genutzt werden können, davon
- 147 ha so extrem, dass sie erneut urbar gemacht werden müssen
- 84 ha mit mittlerem Befall
- 37 ha mit leichtem Befall
- Nur auf 70 ha wird Futter angebaut (Zuckerrohr und King Gras), die Produktivität hängt sehr stark von den Niederschlägen ab
- 354 ha natürliches Weideland geringer Qualität
- Unzureichende Weideumzäunung
Die Produktionsergebnisse der UBPC im Jahr 2002:
- 345.000 Liter Milch (503 Kühe gesamt, davon 270 laktierende Kühe)
- 53,1 % Geburtenrate bei den Rindern
- 5,8 % Sterblichkeit bei den Rindern insgesamt
Begünstigte des Projektes:
Die UBPC hat zur Zeit 103 Beschäftigte, davon 80 im unmittelbaren Produktionsbereich, 4 in der Verwaltung, 15 mittleres Fachpersonal (Agrotechniker u.ä.) und 3 in der Leitung der Genossenschaft.
Direkte Begünstigte des Projektes sind die Beschäftigten (inbegriffen ihre im Haushalt lebenden Familienangehörigen, insgesamt 460 Personen).
Indirekt Begünstigte sind ca. 11.700 Kinder bis 7 Jahre in der Region, die täglich mit der in der UBPC produzierten Milch versorgt werden können.
Schwerpunkte für die Projektumsetzung und Investitionen
Milchproduktion - Hauptziel des Projektes:
Der Verkauf von Milch an die Molkereien soll von 345.000 Liter Ende 2002 auf
458.769 Liter im letzten Projektjahr (2005) gesteigert werden. Da sich die im Projekt umgesetzten Maßnahmen in der Entwicklung der Rinderherde erst langfristig positiv auswirken, wird für das Jahr 2010 ein Milchverkauf von 747.500 l prognostiziert.
Um dieses Ziel zu erreichen, wurden die folgenden Schwerpunkte festgelegt:
- Erweiterung der Futtergrundlage, Sicherung der Wasserversorgung für die Tiere:
Die 872 ha Weide- und Futterflächen werden so umgestellt, dass alle Rinderstallanlagen (Vaquerías) in der Lage sind, ihre Tiere mit den auf ihren Flächen produziertem Futter während des gesamten Jahres ausreichend zu versorgen. Konkret ist vorgesehen:
- Aufbau eines System der Beweidung unter Bäumen auf 120,6 ha
(kriechende Leguminosen und Gräser unter Leucaenabäumen)
- Schaffung von 444,8 ha Weide- und Futterland (Zuckerrohr, King Gras, Leucaena, Guineagras und andere)
- Anbau von proteinhaltigen Pflanzen im System der Pedestales auf 6 ha (Pedestale sind Gestelle, an denen sich die Leguminosen hochranken)
- Setzen von 48.000 Baumstecklingen als lebende Pfosten für Weideumzäunung
- Vervollständigung der erforderlichen technischen Ausrüstungen für die Produktion und Betreuung der Tiere:
- Reparatur von 8 Offenställen
- Errichtung bzw. Reparatur von Weidezäunen auf 708 ha (Einteilung der Flächen in kleinere Abschnitte)
- Kauf erforderlicher Geräte und Utensilien für die Futterwirtschaft und die Behandlung der Tiere sowie Vervollständigung der mechanischen Werkstatt
- Instandsetzung der Wasserversorgungsanlagen
- Errichtung eines Windrades zur Wasserförderung
- Aufbau von mechanischen Melkeinrichtungen in 6 Vaquerías
- Nutzung alternativer Energien als Pilotanlagen und zu Demonstrationszwecken (Biogasanlage, Elektrische Weideumzäunung mit Solarbatterie)
Diversifikation der Produktion:
In Ergänzung der Milchproduktion werden die Grundlagen (Bau von Ställen, Anschaffung der notwendigen Arbeitsgeräte) für zusätzliche landwirtschaftliche Produktion und Vermarktung der Erzeugnisse gelegt. Das soll dazu beitragen, dass die Genossenschaft wirtschaftlich rentabel arbeitet und die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln verbessert wird.
- Anbau von Gemüse auf dem Gelände von 5 ausgewählten Stallanlagen (Vaquerías) sowie von Wurzel-/ Knollenfrüchten, Gemüse und Obst auf 28 ha der Genossenschaft:
- Errichtung eines Beregnungssystems für diese Flächen
- Regenwurmzucht für Humusproduktion in den ausgewählten Stallanlagen (Vaquerías)
- Ausbau der Schweine-, Schaf- und Mastbullenzucht und Beginn einer Kaninchenzucht
Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen:
Die Erhöhung der Produktion in der Genossenschaft ist die wesentliche Grundlage für die Erhöhung der Einkommen sowie die Verbesserung der materiellen Lebensbedingungen der Beschäftigen und ihrer Familien und wird auch dazu beitragen, die noch bestehende Fluktuation von Arbeitskräften zu verringern.
Schon in Vorbereitung des Projektes war die Genossenschaft vorbildlich in der Einbeziehung aller Beteiligten bei der kollektiven Analyse, Diskussion und Festlegung der Prioritäten. Das soll insbesondere fortgesetzt werden durch:
- Regelmäßige Diskussionen/Einschätzungen während des Projektverlaufes mit den Beteiligten
- Regelmäßige Weiterbildungsmaßnahmen (z.B. Behandlung der Tiere, Futterwirtschaft, einschliesslich Vermittlung neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse; Führungs- und Leitungstätigkeit, Rechnungswesen u.ä.)
Im Rahmen des Projektes sind folgende konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Beschäftigten vorgesehen:
- Neubau bzw. Modernisierung von 14 Wohnhäusern für Genossenschaftsbauern und ihre Familien
- Erleichterung der Arbeitsbedingungen durch Investitionen in den produktiven Bereich (Kauf von Geräten und Maschinen, z.B. mechanische Melkanlagen, Arbeitsbekleidung)
- Zusätzlich Entsendung von Material per Container durch Cuba Sí, insbesondere:
- Gegenstände/Verbrauchsmaterial für den produktiven Bereich (z.B. Elektroinstallationsmaterial, Werkzeug aller Art, Ausrüstung für die mechanische Werkstatt, Büromaterial u.ä.)
- Haushaltsgegenstände und Dinge des persönlichen Bedarfs für die Bauern und ihre Familien (z.B. Fahrräder und Ersatzteile, Haushaltswäsche u.ä.)
- Medikamente, medizinisches Verbrauchsmaterial, medizinisch- technische Geräte und Schulmaterial für die Einrichtungen des Gesundheits- und Bildungswesens der Stadt und Provinz Sancti Spíritus (aufgrund der Nähe zur Stadt Sancti Spíritus befindet sich im Territorium der Genossenschaft Niña Bonita keine Schule bzw. Arztpraxis)
Die Kosten für die Entsendung der Container sind nicht Bestandteil des Projekthaushaltes und werden durch Cuba Sí zusätzlich aus Spendenmitteln erbracht.
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