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Milch für Kubas Kinder
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"Im Fadenkreuz: Kuba"
von Horst Schäfer

Im Fadenkreuz: Kuba

Aktuelle Projekte

Milchprojekt Granja Jaibo -
Projektvorstellung

(Auch zum downloaden als pdf-Dokument.)

Ort:
Granja Jaibo, Landwirtschaftsbetrieb Empresa "Iván Rodríguez", Valle de Guantánamo, Provinz Guantánamo, Republik Kuba

Titel:
Erhöhung der Milchproduktion in der Granja Jaibo, Valle de Guantánamo

Laufzeit:
3 Jahre (1. Juli 2002 - 30. Juni 2005)
Die Laufzeit wurde bis zum 31.12.2005 verlängert, um die begonnenen Tätigkeiten zu beenden.

Projektpartner:
Kubanische Vereinigung für Tierproduktion (ACPA) und Cuba Sí, AG der PDS

Projekthaushalt:
300.000 USD
Dieser Betrag wird von Cuba Sí zu 100% aus Spendenmitteln erbracht.

Projektziele:

  • Allgemeines Ziel:
    Beitrag zur Erhöhung der Milchproduktion für Kinder bis zum 7. Lebensjahr in der Provinz Guantánamo
  • Spezifische Ziele:
    Erhöhung der Produktion von Milch und anderer landwirtschaftlicher Erzeugnisse mit Hilfe der Anwendung nachhaltiger Produktionssysteme in der Granja Jaibo sowie die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Beschäftigten und der Bevölkerung dieser Region

Beschreibung der Projektumgebung:

Die Provinz Guantánamo ist die östlichste Provinz des Landes.

Fläche: 6.184,5 km2 (Kuba: 110.860 km2)
Einwohnerzahl: 512.200 Einwohner (Kuba: 10,9 Mio.)
Bevölkerungsdichte: 83,4 Einwohner/km2 (Kuba: 100 Einwohner/km2)

Die Provinz ist verwaltungspolitisch in 10 Kreise aufgeteilt. Das Projekt Granja Jaibo befindet sich im sogenannten Südküstenstreifen der Provinz, im Kreis Niceto Pérez. In diesem Kreis leben ca. 16.500 Einwohner, davon ca. 1.800 Kinder unter dem 7. Lebensjahr.

Zwei grosse Probleme beeinträchtigen die Entwicklung dieses Gebietes besonders: die Landflucht und die Ausbreitung der Wüsten. Hinzukommen die sehr gegensätzlichen klimatischen Bedingungen. Der Norden der Provinz ist die regenreichste Region des Landes (3.600 mm/Jahr). Der Küstenstreifen im Süden der Provinz jedoch, dessen Böden teilweise unter Versalzung leiden, wird als kubanische Halbwüste bezeichnet (400 mm/Jahr).

Kurzdarstellung der Granja Jaibo:

Als staatliche landwirtschaftliche Produktionseinrichtung ist die Granja Jaibo dem Landwirtschaftsbetrieb Empresa "Iván Rodríguez" untergeordnet, zu dem mehrere Granjas und Kooperativen gehören. Die Granja Jaibo hat sich auf Milchproduktion spezialisiert. Sie verfügt über die folgenden Produktionsstätten und Einrichtungen:

  • 4 Milchviehstallanlagen (Vaquerías) typischer Bauweise (Kapazität für ca. 100 Rinder und ca. 120-150 ha Weide- und Futterflächen)
  • 4 Microvaquerías (Kapazität für ca. 50 Rinder und ca. 40-50 ha Weide- und Futterflächen, Bewirtschaftung durch eine Familie)
  • 1 Stalleinrichtung für Ziegenzucht bzw. Ziegenmilchproduktion
  • 1 Finca für Landbau zur Selbstversorgung (Fläche: 36,9 ha)
  • 1 Labor für künstliche Besamung
  • 1 Pumpstation (wird mit Elektrischer Energie aus der zentralen Stromversorgung betrieben)
  • 1 Lager für Betriebsmittel
  • 1 Kantine
  • Büroräume

Flächenverteilung der Granja Jaibo

Flächen für die Rinderwirtschaft
846,53 ha
Flächen zur Selbstversorgung
36,90 ha
Wege
13,42 ha
Kanäle
13,42 ha
Bauliche Einrichtungen
21,47 ha
Natürliche Wasserfläche
37,58 ha
Gesamtfläche
969,32 ha

Die Granja Jaibo verfügt über 18 km Wege und Zufahrten, von denen 5 km in schlechtem Zustand sind.

Situation der Weide- und Futterflächen (zu Projektbeginn):

  • Weide- und Futterflächen können im gegenwärtigen Zustand den Nahrungsbedarf der Tiere nicht decken
  • Nahezu 100 % der genutzten Weiden sind von schlechter Qualität
  • 60,0 ha sind mit Marabú und ähnlichem Gestrüpp bewachsen und somit nicht für Rinderzucht nutzbar
  • Futteranbau nur auf 15 ha

Die Produktionsergebnisse der Granja Jaibo im Jahr 2001:

  • 220.000 Liter Milch
  • 45% Geburtenrate bei den Rindern
  • 3,5% Sterblichkeit bei den Rindern insgesamt
  • 105 t Trockenfutter
  • 47.280 kg Knollenfrüchte und andere Kulturen

Die im Jahr 2001 erreichten Produktionsergebnisse lagen erheblich unter den realen Möglichkeiten, welche die Grösse der Weide- und Futterflächen und die Qualität der Böden hergeben könnten. Ursachen waren vor allem die ungünstigen klimatischen Bedingungen und die nicht intakte Infrastruktur (Auswirkung der Spezialperiode).

Begünstigte des Projektes:

Die Granja hat zur Zeit 55 Beschäftigte, davon 46 direkt im Produktionsbereich, 6 als mittleres Fachpersonal (Agrotechniker u.ä.) und 3 in der Leitung der Genossenschaft.
Direkte Begünstigte des Projektes sind die Beschäftigten (45 Familien mit 97 Kindern).
Indirekt Begünstigte sind ca. 1.100 Kinder von bis 7 Jahre in der Region, die täglich mit der in der Granja Jaibo produzierten Milch versorgt werden können.

Schwerpunkte für die Projektumsetzung und Investitionen

Milchproduktion - Hauptziel des Projektes

Der Verkauf von Milch an die Molkereien soll von 220.000 Liter vor Projektbeginn auf 402.000 Liter im letzten Projektjahr, d.h. auf 181% gesteigert werden. Zur Zeit werden in der Granja 351 Liter Milch pro Hektar produziert. Dieser Parameter soll zum Projektabschluss bei 680 Liter/ha liegen. Spezialisten schätzen ein, dass die von der Granja genutzte Rinderrasse Siboney über ein weit höheres Potential verfügt, als die gegenwärtigen Produktionsergebnisse darstellen.

Daher bestehen die Schwerpunkte der Projektarbeit in der Schaffung von ausreichend Futterflächen, dem Bau von genügend Tränken für die Wasserversorgung der Tiere, einer differenziertere Behandlung der Rinder sowie in Schulungen der Beschäftigten auf diesen Gebieten. Der Kauf von technischen Ausrüstungen und Geräten für die Produktion und Behandlung der Tiere sowie die Reparatur von Ställen u.ä. sind wichtige Grundlagen für die Projektumsetzung.

Schwerpunkte:

Erweiterung der Futtergrundlage, Sicherung der Wasserversorgung für die Tiere:

  • Schaffung eines Beregnungssystems auf 214 ha und Bau von Tränken
    (Nutzung für Weiden, Futterflächen sowie für den Anbau von Wurzel- und Knollenfrüchten und Gemüse)
  • Sanierung der Weiden (Entfernung von ungewollten Sträuchern und Unkräutern bzw. Neuaussaat)
  • Anbau von Futterpflanzen, davon Beregnung auf 40 ha
  • Aufforstung auf 273 ha, davon 214 ha Kombination Weide/Bäume (silvopastoreo), Bsp.: Anpflanzen von Leucaenabäumen auf den Weiden, deren Samen und Blätter ein wichtiges proteinhaltiges Rinderfutter sind
  • Einteilung von 174 ha Weideland in Abschnitte von jeweils 1 - 2 ha für die Weiderotation
  • Vervollständigung der erforderlichen technischen Ausrüstungen für die Produktion und Betreuung der Tiere
  • Reparatur von 13 Offenställen
  • Kauf erforderlicher Geräte und Utensilien für die Futterwirtschaft und Behandlung der Tiere
  • Ausstattung der mechanischen Werkstatt
  • Aufbau von 3 mechanischen Melkanlagen

Diversifikation der Produktion:

Neben der Milchproduktion soll die Produktion durch die Schaffung der notwendigen Grundlagen auf folgende Produkte erweitert bzw. erhöht werden:

  • Rind- und Ziegenfleisch
  • Kaninchenfleisch
  • Honig, Bienenwachs und Propolis
  • Eier
  • Wurzel- und Knollenfrüchte sowie Gemüse (Obst, Yucca, Boniato, Mais, Bohnen u.a.) auf den Flächen für den Eigenanbau (autoconsumo)
  • Saatgut
  • Baumschule u.a. auch als Grundlage für die Aufforstungsmaßnahmen auf den Flächen der Granja

Diese Diversifizierung der Produktion soll dazu beitragen, die Eigenversorgung mit landwirtschaftlichen Produkten zu sichern und Überschüsse gegen nationale Währung (Pesos) und Dollar zu verkaufen. Die Gewinne aus dem Verkauf dieser Produkte werden es der Granja ermöglichen, wirtschaftlich selbständig zu agieren, so dass sie in der Lage ist, nach Projektabschluss das Aufgebaute zu erhalten und zu erweitern.

Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen:

Die Erhöhung der Produktion in der Granja ist die wesentliche Grundlage für die Verbesserung der materiellen Lebensbedingungen der Beschäftigten und ihrer Familien. Zusätzlich werden zur Verbesserung der Einkommen der einzelnen Familien beitragen:

  • die Einführung eines leistungsbezogenen Lohnsystems (nach Quantität und Qualität der Produktionsergebnisse)
  • die Möglichkeit, Überschüsse aus der individuellen Kleintierhaltung, der Obst-, Gemüse- und Knollenfrüchteproduktion zu verkaufen

Entscheidend für die erfolgreiche Umsetzung der Projektziele sind die Entwicklung und Förderung der aktiven Mitgestaltung der Produzenten und des Leitungspersonal der Granja am Projekt sowie die Erhöhung ihres Zugehörigkeitsgefühls und Pflichtbewusstseins.

Diese Aufgabe wird von der Projektleitung und der Nationalen Leitung von ACPA vor allem durch folgende Maßnahmen umgesetzt:

  • Einbeziehung der Beschäftigten bei der Vorbereitung der Projektkonzeption und Berücksichtigung ihrer Hinweise in Bezug auf Schwerpunktsetzungen des Projektes
  • Regelmässige Diskussionen/Einschätzungen während des Projektverlaufes
  • Regelmässige Weiterbildungsmassnahmen (z.B. Behandlung der Tiere, Futterwirtschaft, einschließlich Vermittlung neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse, Führungs- und Leitungstätigkeit, Rechnungswesen u.ä.)

Weiterhin sind im Rahmen des Projektes folgende konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung vorgesehen:

  • Neubau bzw. Modernisierung von 10 Wohnhäusern für Landarbeiterfamilien und eines Wohnhauses für den Grundschullehrer und seine Familie
  • Bau bzw. Sanierung von 2 Grundschulen sowie Unterstützung des Bildungswesens durch die Entsendung von Schulmaterial per Container durch Cuba Sí
  • Unterstützung der medizinischen Versorgung durch Entsendung von medizinisch-technischen Geräten, Verbrauchsmaterial und Medikamenten per Container durch Cuba Sí
  • Entsendung von Gegenständen/Verbrauchsmaterial für den produktiven Bereich per Container durch Cuba Sí (z.B. Elektroinstallationsmaterial, Werkzeug aller Art, Ausrüstung für die mechanische Werkstatt, Büromaterial u.v.a.m.)
  • Entsendung von Haushaltsgegenständen und Dingen des persönlichen Bedarfs für die Bewohner (z.B. Fahrräder und Ersatzteile, Haushaltswäsche u.ä.) per Container durch Cuba Sí

Der grösste Teil von Spenden für das Gesundheits- und Bildungswesen, die per Container eintreffen, wird an die entsprechenden Einrichtungen in der Region verteilt.

Die Kosten für die Entsendung der Container sind nicht Bestandteil des Projekthaushaltes und werden durch zusätzliche Spenden erbracht.

(Auch zum downloaden als pdf-Dokument.)


 
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