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Wolfgang Gehrcke , Mitglied des PV und außenpolitischer Sprecher DIE LINKE

Kuba nach Fidel Castro

Mit der Ankündigung von Fidel Castro, das Präsidentenamt aufzugeben, geht eine Epoche zu Ende und das nicht nur für Kuba. Fidel, Che und Ho Chi Minh erreichten weltweit eine Popularität, die anderen kommunistischen Führern versagt blieb. Das kleine Kuba, das vor der Haustür der mächtigen USA dem US-Imperialismus widerstanden hat, fand die praktische Solidarität vieler Menschen. Dass Kuba auch den Zusammenbruch des „Realsozialismus“ unter unendlichen Strapazen überlebte und sich entwickelt, spricht dafür, dass der kubanische Sozialismus doch anders war als der in Osteuropa.

„Hände weg von Kuba!“ Diese Grundeinstellung hat offene, kritische Debatten von Linken ein– und nicht ausgeschlossen.

Der große Sprung, den Kuba vom Casino und Freudenhaus der US-Mafia zu einer international anerkannten, sozial gerechteren Gesellschaft gemacht hat, die allen ihren Bürgern Bildung und Gesundheit trotz knapper Mittel garantiert, ist  und bleibt mit Fidel verbunden. Das hat Menschen in aller Welt immer wieder angesprochen.

Heute erleben wir, dass sich viele Länder Lateinamerikas aus der Vormundschaft und ökonomischen Abhängigkeit befreien. Kuba ist auf dem lateinamerikanischen Kontinent nicht mehr isoliert. Das wird auch weitere innenpolitische Auswirkungen haben. Kuba wird sich weiter auf Lateinamerika und die Welt hinbewegen, ohne auf Unabhängigkeit, soziale Gerechtigkeit und internationale Solidarität zu verzichten.

Die US-Sanktionen gegen Kuba und die Politik der Halbsanktionen und Erpressungen seitens Europa stehen einer Entwicklung der Wirtschaft und des innergesellschaftlichen Dialoges entgegen. Das Ende von Boykott und Sanktionen wäre bereits in der Zeit fällig gewesen, in der Fidel Castro Präsident war. Jetzt ist es überfällig. Deutschland und Europa sollten nicht auf innere Turbulenzen in Kuba hoffen, sondern helfen, gesellschaftliche Potentiale in Kuba zu entwickeln.
Bewegen muss sich jetzt die europäische und deutsche Kuba-Politik.

 

 
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