Klaus H. Jann, die Münzen für Kubas Kinder & die Sicherheit in Brüssel
Ein Paket aus Wülfrath sorgt für Alarm im Brüsseler Europaparlament…
In Wülfrath (und Umgebung) weiß es jeder : Wenn man irgendwo noch alte Münzen, deutsche Mark oder solche aus der jetzige Euro-Zone findet, kann man die zum Klaus H. Jann bringen. Der und seine Freunde von der linken DLW tauschen solche Rest-Devisen dann stets (und noch immer) für die Akti-on „Milch für Kubas Kinder“ um. Auf diese Weise sind bereits mehrere zehn-tausend Euro für das Milchprojekt in Guantanamo (im trockenen Osten der roten Zuckerinsel) zusammengekommen.Ob spanische Peseten, holländische Gulden oder belgische Franc – die Kuba-Fans von der Wülfrather DLW haben immer wieder Wege gefunden, solche ‚Schätze“ umzutauschen. In Belgien wurde es zuletzt komplizierter. Nur noch in der Hauptstadt Brüssel ließen sich die alten belgischen Münzen umtauschen. Aber wer hat schon einen „Vertrauensmann“ in Brüssel zur Hand ?In der Not erinnerte sich Klaus H. Jann an eine alte Bekannte, eine Genossin von der PDS, die seit ein paar Jahren als linke Abgeordnete im Europaparla-ment sitzt. Jann überlegte : Die, Sylvia-Yvonne Kaufmann, will im Juni wie-dergewählt werden. Also muß sie sich erst einmal bewähren, kann auch mal was für uns tuen. Also packte Jann alle seine belgischen Franc (viele Münzen und wenige Scheine) in einen großen Karton und schickte sie, versehen mit einen lieben Brief nach Brüssel.Aber dann ! Das Paket kam zwar an. Doch in der Postabteilung des Europa-Parlaments war erst einmal Feierabend. Denn : Es rappelte so verdächtig im Karton. Alarm ! Ein Terroristen-Paket ? Die Sicherheits-Organe nahmen sich des Pakets an. Es wurde aus dem Verkehr gezogen. Durchleuchtet. Und flugs wurde von Brüssel aus Kontakt nach Wülfrath aufgenommen. „Einen Klaus H. Jann, gibt’s den da ?“ wurden Erkundungen eingeholt. Die „Sicherheit“ konn-te beruhigt werden : Ja, einen Klaus H. Jann gibt es in Wülfrath ! Und der schickt auch keine gefährlichen Pakete in die weite Welt. Nur alte Münzen für die kubanischen Kinder.
In Brüssel konnte der Alarm abgeblasen und das Paket an Sylvia-Yvonne ausgeliefert werden. Jetzt wartet Klaus H. Jann nur noch darauf, ob sie den Um-tausch „auf die Reihe“ kriegt. „Wenn das klappt, werde ich die wählen“, meinte der aufgeschreckte DLW-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat.