Gedichte zum Bacardi-Boykott
Gedicht 1
Zur Feier des Tages Bacardi
Von Cuba Sí
Heute Nacht ist wieder Party
Wer denkt da schon an Intriganz
Groß ist die Freude auf Bacardi
Vergessen jene Arroganz
Schnell noch Rum auf Vorrat kaufen
Mördern ihre Basis sichern
Sich damit ins Koma saufen
Ignoriert ihr krankes Kichern
Kubanische Musik dröhnt laut
Dazu der heimatlose Rum
Gefeiert bis der Morgen graut
Die Schuldigen, die bleiben stumm
Der Alkohol – solch große Macht
So prügeln sie auf Kuba ein
Die Leidenschaft beim Tanz erwacht
Sie waschen sich von Würde rein
Welch ein wunderbarer Abend
Den Wirtschaftsterror finanziert
Wie berauschend, wie erlabend
Von Menschenrechten distanziert
Gedicht 2
Mr. Don Bacardi
Bacardi ist mein Name
ich lebe von Reklame
war Herr einst in Havanna
versilberte den Manna
der Manna war mein Ru(h)m
aus Zucker und Sklaventum
Dann kam der böse Fidel
und spielt ein anderes Liedel
da musst´ ich mich verzieh´n
ins US-Homeland flieh´n
die Fässer ließ ich stehen
wollten nicht mehr mit mir gehen
Verkauf heut´ auf der Welt
nur Fusel für viel Geld
der Glanz des Namens zählt
wenn der Geschmacksnerv fehlt
die Kontra-Revolution
lebt von dem Geld davon
Doch sind die Mordstrategen
bis heute unterlegen
es gibt den Vorwärtsschub
ein Schluck „Habana Club“
rund um die Welt herum
trinkt man drum Cuba Rum
Claudio Sperandio, 2005